Nationale Plattform oder SEPA-tauglicher Standard?

vorherige Pressemeldung

Nationale Plattform oder SEPA-tauglicher Standard?

Niederländischer Online-Bezahlstandard „iDEAL“ lässt Raum für Interpretationen
Frankfurt,  02. Mai 2006

Allmählich gewinnt der einheitliche europäische Zahlungsraum Konturen. Mit der Festlegung der Regelwerke für die neuen europaweiten, einheitlichen Verfahren für Überweisungen und Lastschriften sowie eines Rahmenwerks für die Abwicklung von Kartenzahlungen hat die europäische Kreditwirtschaft eine gute Grundlage für die Entwicklung europäischer Zahlungsverfahren geschaffen. Entsprechend kritisch beäugt werden „Alleingänge“ einzelner Kreditinstitute, wenn sie versuchen, neue, aus lokalen Notwendigkeiten entstandene Lösungen gegen die Konkurrenz zu positionieren. Kritisch ins Feld geführt werden dabei vor allem Argumente wie „mangelnde Wirtschaftlichkeit“ und „fehlende globale Einsatzmöglichkeiten“.


Gründe für nationale Lösungsansätze
Die Einführung der neuen e-Commerce Bezahlmethode „iDEAL“ in den Niederlanden hat die Diskussion um den Stellenwert von nationalen verbraucherfreundlichen Lösungen und ihre europaweiten Einsatzmöglichkeiten neu entfacht. Mit Blick auf eine Versachlichung der Diskussion stellt sich dabei die Frage, warum in den Niederlanden eine neue Bezahlmethode für Käufe im Internet überhaupt benötigt wurde. Die einfache wie verblüffende Antwort: Keine der vorher existierenden Bezahlmethoden - Kreditkarte, nationales Debitverfahren oder Rechnungskauf - wurde von Verbrauchern, e-Commerce Händlern und Banken ausreichend akzeptiert. Während Konsumenten die mangelnde Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit der Kreditkartenzahlung beklagten, beschwerten sich Händler vor allem über die Kosten. Diese belasteten auch die Banken. Abhilfe soll hier der neue Bezahlstandard, „iDEAL“, schaffen. Zur Entwicklung und Umsetzung schlossen sich im letzten Jahr zwei wichtige „Player“ der niederländischen und europäischen Bankenwelt, die ING und die Rabobank, zusammen.

 

Hohe Anforderungen an die Acquiring-Plattform
Aspekte wie „Sicherheit“, „akzeptable Kosten“ und „Benutzerfreundlichkeit“ beeinflussten neben der Wahl der Lösung, auch die ihres Designs und des Lieferanten. Als Spezialist für individuelle Lösungen bei Internetzahlungen konnte Atos Worldline im Auswahlprozess für Lieferanten überzeugen. Entscheidend war dabei, dass das Unternehmen alle Anforderungen wie budgetgerechte Beratung, Konzeption, Softwareerstellung und Inbetriebnahme umsetzen konnte.
Aufgrund ausgewiesener Erfahrungen mit der Umsetzung von internationalen Großprojekten und kostengünstigem Processing gelang es dem Unternehmen, die Acquiring-Plattform für den neuen Bezahlstandard innerhalb kürzester Zeit zu konzipieren und zu entwickeln sowie in die bestehenden Bankensysteme zu integrieren. Besondere Herausforderungen waren dabei die laufende Abstimmung aller beteiligten Partner sowie die Synchronisation gemeinsamer und Differenzierung kundenindividueller Anforderungen.

 

Vorteile für alle
Nach erfolgreicher Beendigung des Probelaufs ist Atos Worldline auch für den laufenden Betrieb der „iDEAL“-Acquiring-Plattform verantwortlich. Da der Bezahlvorgang über „iDEAL“ einfach, anwenderfreundlich und sicher ist, wird die Lösung inzwischen von Kunden und Händlern gut angenommen. Zum Bezahlen kann der Internetkunde bequem die ihm bekannte Umgebung des Online-Banking seiner Hausbank nutzen: Entscheidet er sich - nach Auswahl des gewünschten Produktes im Online-Shop - für die Bezahlart „iDEAL“ (Kredit- oder Debit-Verfahren sind auch möglich) so wird er direkt nach Angabe seiner Hausbank auf deren Online-Banking Portal geleitet. Dort wird dann die Zahlung - mit Hilfe der bekannten Standards - als Überweisung ausgeführt und dem Händler bestätigt. Der Vorteil: Der Kunde kauft und zahlt in vertrauter Umgebung in einem durchgängigen Prozess ohne Systembruch. Der Händler erhält eine Zahlungsgarantie ohne zusätzliche Kosten für Rechnungsabwicklung oder aufgrund von Disagien. Die Bank kann durch Nutzung von Synergien und zusätzlichen Zahlungsbearbeitungen auf dem Online-Banking Portal die Kosten pro Transaktion senken.


Genial einfach oder einfach genial?
Die dem Konzept zugrunde liegende Idee ist an sich nicht neu. Schon vor Jahren wurde in Deutschland ein ähnliches Modell in Angriff genommen, scheiterte allerdings an der Uneinigkeit der Partner. Ein weiteres Modell wurde gerade erst auf den Markt gebracht und wird sich noch bewähren müssen. „iDEAL“ ist zweifelsohne eine Lösung, die nicht an mangelnder Akzeptanz krankt. Der Ansatz der niederländischen Initiatoren war eine verbraucherfreundliche, sichere, kostengünstige und einfache Lösung, die den Anforderungen aller Beteiligungspartner gerecht wird. Herausgekommen ist ein operativ orientiertes System für den niederländischen Markt, das aber durchaus technologisch mehr Potenzial aufweist.

 

Fit für SEPA?
Im künftigen Europa der offenen Zahlungsgrenzen sollen die heutigen nationalen Standards nach und nach verschwinden und durch europäische ersetzt werden. Allerdings würde eine konsequente, alle Aspekte umfassende Umsetzung mit erheblichen Kosten verbunden sein. Deshalb wird die Verwirklichung von SEPA zu nächst einmal bei der Vereinheitlichung der Gebühren ansetzen. Aus Kostengründen wird dabei Bewährtes erhalten und lediglich um beschränkende nationale Faktoren bereinigt werden.

Dies gilt auch für die Anpassung und Vereinheitlichung von technischen Verfahren. Wer als Ansatz eine vollständige Übernahme der eigenen Zahlungsverfahren fordert, übersieht trotz Europäisierung vorhandene regionale Unterschiede. Ein internationaler Anspruch allein wird nicht genügen, um Akzeptanz zu er- und Märkte zu überzeugen. Lösungen wie „iDEAL“ schaffen Möglichkeiten für einen reibungsfreieren Übergang von bestehenden zu neuen Zahlverfahren, Märkten und Teilnehmern. Technologisch „State of the Art“ baut „iDEAL“ Brücken zwischen Medien. Der Fokus liegt dabei auf einer Lösung für die Anforderungen von heute und vielfältigen Potenzialen für ein SEPA von morgen.

 

Autor: Thomas Maaß, Director Acquiring & eCommerce bei Atos Worldline Processing 

 

 

Atos Origin GmbH
Pressestelle

 

Nicola Popoff
Curiestraße 5
D-70563 Stuttgart
Telefon +49 (0)7 11/73 77-3 11
Telefax +49 (0)7 11/73 77-5 09
Email nicola.popoff@atosorigin.com

nächste Pressemeldung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Atos Austria
trans-1-px
Unser Internetauftritt nutzt cookies. Wenn Sie weiterhin auf dieser Website surfen sind Sie damit einverstanden, dass wir Cookies nutzen, um die Nutzung unserer
Internetseiten zu messen und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. Wenn Sie nicht einverstanden sind, können Sie die Cookies in Ihrem Webbrowser abschalten.
Erklärungen dazu finden Sie in unserer Privacy Policy
Ich stimme zu Mehr Informationen